Hier wird keine fertige Verkabelungsrichtlinie vorgestellt, sondern es wird dargestellt, was eine VKR enthalten sollte.

Motivation zur Erstellung

In erster Linie muß das strategische Ziel, d.h. was mit dem Ausbau der Netzwerkinfrastruktur erreicht werden soll, klar definiert werden.

Eine Verkabelungsrichtlinie (VKR) muß deshalb auf die Besonderheiten der Gebäude eingehen. Hierbei ist zu berücksichtigen, ob es sich um einen Neubau oder einen zu sanierenden Altbau handelt, ob es bauliche Besonderheiten gibt, ob die Büros mit TP (konventionell) oder mit LWL angeschlossen werden sollen. Hierbei ist evtl. "remote powering" (PoE) der Endgeräte zu beachten. Es ist zu festzulegen, ob mit häufigen Nachinstallationen zu rechnen ist oder ob nach der Installation (bis auf Ausnahmen) alle Verkabelungsmaßnahmen abgeschlossen sind. Hier wird auch festzulegen sein, mit welchem Datenvolumen über den Lebenszeitraum der Infrastruktur zu rechnen ist
(1 GBit oder 10 GBit bis zum Arbeitsplatz)
(10 GBit oder bis zu 100 GBit zwischen den Netzwerkknoten)

In zweiter Linie muß eine VKR die Installation strukturieren.

Die VKR muß definieren wie die Kabelwege auszubauen sind, wie Server- und Netzwerkräume ausgestaltet werden sollen und wie der Aufbau von Server- und Netzwerkschränken erfolgen soll.

Ganz wichtig ist es, dabei die einzelnen Zuständigkeiten klar abzugrenzen.

Hieraus ergibt sich, daß eine umfangreiche und detaillierte VKR mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist und deshalb für kleine Installationen (Arztpraxen, Anwaltskanzleien usw.) einem mit Kanonen auf Spatzen schießen gleicht.

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