Dieser Beitrag stellt meine Meinung dar. Die in den angegebenen Quellen (Links im Text) dargestellten Sachverhalte betrachte ich als glaubwürdig. Falls Jemand anderes weiß bitte ich um eine Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit den dazugehörigen Informationen, damit hier nachjustieren kann.

Im Grunde geht es im Kapitalismus immer um Ressourcen im erweiterten Sinn, d.h. um Möglichkeiten Profit zu erzielen: Bodenschätze, Abhängigkeiten, Absatzmärkte, Einfluss, usw.

Russland und die Ost-Erweiterung der Nato

Alles hat wie immer eine Vorgeschichte und diese Vorgeschichte hat auch eine. Ich kann aber die Ereignisse nicht bis ins frühe Mittelalter aufarbeiten. Auch den 1. und 2. Weltkrieg und die Wiedervereinigung Deutschlands will ich nicht betrachten. Vieles davon ist trotzdem wichtig, um zu verstehen, was heute und jetzt passiert.

Vor dem Zerfall des Ostblocks (sozialistische Staatengemeinschaft) gab es den Warschauer Pakt als Gegengewicht zur Nato, eine Osterweiterung der Nato stand also damals gar nicht zur Debatte.

Damit hatte die Sowjetunion um ihre Grenzen herum Satellitenstaaten, die nicht zur Nato gehörten. Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion übernahmen die ehemaligen Sowjetrepubliken zusätzlich diese Funktion zum Schutz der Grenzen Russlands. Allerdings traten immer mehr dieser Staaten der Nato bei und das steht im Gegensatz zu Vereinbarungen, wie man hier und hier nachlesen kann.

Die Krimkrise

Besonders wichtig bei der Betrachtung der Geschichte der Krim ist der schon lange anhaltende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Krim.

Im 2. Weltkrieg verlangte Stalin 100.000 Soldaten von der Ukraine und als Gegenleistung wollte Chruschtschow (damals Chef der kommunistischen Partei der Ukraine), dass die Krim Teil der Ukraine wird.

Etwa 5 Jahre nach Stalins Tod wurde Chruschtschow Regierungschef der Sowjetunion. Jetzt konnte für Chruschtschow die Krim der Ukraine angliedern, wobei die Regierungsgremien der Sowjetunion, welche das entschieden, nach damaligen Gesetzen dazu nicht befugt waren. Beim Auseinanderbrechen der Sowjetunion wurde eine Rückübertragung vermutlich einfach vergessen.

Die Krim ist aber militärisch für diese Region und die Region des Nahen Osten sehr bedeutend, wobei besonders Sewastopol als Heimathafen der sowjetischen bzw. russischen Schwarzmeerflotte hervorzuheben ist. Ein Nebeneinander russischer und ukrainischer Kriegsschiffe als zwei gegeneinander gerichtete Mächte im selben Hafen hätte auf Dauer zwangsläufig zu Konflikten geführt.

Ohne Sewastopol wäre auch das Abkommen zwischen Syrien und der damaligen Sowjetunion zur Mitbenutzung eines kleinen Teils der Marinebasis Tartus als Versorgungsstützpunkt weitestgehend sinnlos, da die Wege durch das Rote Meer oder der Straße von Gibraltar zu weit sind, um schnell im Mittelmeer mit Schiffen militärisch reagieren zu können. Das syrische Tartus ist der einzige Marinestützpunkt Russlands am Mittelmeer.

Es gibt aber weit mehr als 1 Dutzend Nato-Militärbasen im Mittelmeer, davon 10 größere.

Unter diesem Gesichtspunkt ist auch der Konflikt an der Meerenge Straße von Kertsch, der einzige Zugang vom Schwarzen Meer zum Asowschen Meer, zu betrachten. Und auch hier scheinen die Ukrainer die Krise stärker angetrieben zu haben als die Russen, wobei die Ukaine das kaum aus reiner Eigeninitive gemacht hat.

Georgien und Ossetien

Ossetien im zentralen Kaukasus ist geteilt. Nordossetien liegt auf dem Territorium Russlands, Südossetien war seit 1922 Teil Georgiens. Mit dem Zerfall der Sowjetunion wurde 1991 die Republik Georgien gegründet und die auf georgischem Gebiet liegenden autonomen Gebiete Abchasien und Südossetien erklärten sich von Georgien unabhängig. Von georgischer Seite erhielten sie Einiges an Autonomie zugestanden. Es gibt aber seit Langem Bestrebungen, Ossetien zu vereinen. Deshalb versuchte Georgien das abtrünnige Südossetien militärisch zu besetzen und wieder fest einzugliedern. Russische Truppen und abchasische Freiwillige halfen südossetischen Verbänden, die georgischen Truppen zurückzuschlagen. Lange Zeit wurde verbreitet, Russland hätte diesen Kaukasus-Krieg 2008 begonnen, das war aber eine Lüge, begonnen hat den Krieg in Wahrheit Georgien.

Dass diese militärischen Einheiten dann aber nicht an der Grenze zu Georgien halt machten, sondern vermutlich präventiv in Georgien einfielen, setzte besonders Russland wiederum ins Unrecht.

Nach meinem Wissen darf ein Staat, der der Nato beitreten will, auch keinen Grenzkonflikt mit einem seiner Nachbarn haben. Deshalb lassen Russland und Südossetien den genauen Grenzverlauf zu Georgien offen.