Anschlüsse in Räumen

Die Ausstattung eines Arbeitsplatzes (gehört zur Nutzfläche) ist so zu planen, dass bei einem Wechsel von Person oder Funktion die Arbeitsfähigkeit für die meisten Fälle ohne Erweiterung oder Umbau möglich ist. Es ist davon auszugehen, dass pro Arbeitsplatz i.d.R. folgende Anschlüsse benötigt werden:

    • Intranet mit hoher Sicherheitsstufe (ohne Internet)
  • Intranet mit niedriger Sicherheitsstufe (mit Internet)
  • Netzwerkdrucker
  • weiteres Endgerät, z.B. konventionelles Telefon oder Etikettendrucker

Je nach den besonderen Anforderungen am Arbeitsplatz oder der Firma sind hier auch andere Zusammenstellungen möglich. Hinzu kommt, dass in Zukunft keinesfalls mit weniger Anschlüssen zu rechnen ist.

Daraus ergibt sich die Anzahl von 2 Daten-Dosen mit je 2 Ports (Anschlüssen) pro Arbeitsplatz. Der aktuelle Bedarf kann hier auch geringer ausfallen. Bei Telefonie über VoIP kann z.B. über eine Leitung der PC mit angeschlossen werden und der Drucker kann lokal am PC angeschlossen sein.

Ein Arbeitsplatz in den meisten Bürogebäuden hat die Größe von mehr als 8 m². Rechnet man jetzt die anteilige Verkehrsfläche hinzu, ist also eine Datenanschlussdose mit 2 Anschlüssen auf ca. 7 m² vorzusehen. Das ist allerdings häufig zu kurz gesprungen. Rechnet man großzügig mit einer Datenanschlussdose mit 2 Anschlüssen auf ca. 5 m² schafft das die Reserve, um WLAN-AP's, Telefone und Multifunktionsgeräte (Drucker/Scanner/Fax) auf Fluren anzuschließen und lässt eine weitere Reserve für Nachverdrahtung, z.B. für Arbeitsplätze mit erhöhtem Anschlussbedarf.

Pro Arbeitsplatz sollten auch mindestens zwei Steckdosen 230 V für allgemeine Verbraucher und mindestens zwei, besser vier Steckdosen 230 V für IuK-Geräte (IT- und Kommunikations-Geräte) vorgesehen werden. Falls mit unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) gespeiste Steckdosen am Arbeitsplatz benötigt werden, sind diese rot oder orange und mit Schriftzug „USV“ zu kennzeichnen. Die Steckdosen für IuK-Geräte und die Steckdosen für allgemeine Verbraucher sollen für den Anwender einfach voneinander zu unterscheiden sein. Auch hier haben sich verschiedenfarbige Zentralplatten und Rahmen bewährt.

Mehrfachsteckdosen sind nicht erlaubt, andernfalls ist folgendes Bild häufig bittere Realität:

mehrfachsteckdose

Die Häufigkeit des Wechsels der Mitarbeiters in einem Büro oder der Funktion eines Raumes ist oft erheblich. Deshalb sollten alle Räume (Nutzfläche) so großzügig mit Datenleitungen ausgestattet werden, dass Nachrüstungen nach Möglichkeit vermieden werden. Dabei sollte kein Unterschied zwischen Büroraum, Labor, Untersuchungszimmer, Abstellraum oder anderer Raumnutzung gemacht werden. Was heute ein Lager war, kann morgen bereits ein Büro sein. Für Flure (Verkehrsfläche) und ähnliche Räume sind ebenfalls Netzwerkanschlüsse zu planen, hier sollte die Ausstattung aber deutlich geringer ausfallen. Beachtet werden sollte, dass Nachrüstungen oder Ergänzungen wesentlich teurer als die bei Baufreiheit geschaffene Neuinstallation ist. Teilweise sind dann auch die Netzwerkschränke, Netzwerkknotenräume und Kabeltrassen zu gering bemessen, so dass neue Installationen in den Bestand nicht mehr hinein passen und der Platz für neue Netzwerkknotenräume gefunden werden muss - hier kommt dann selten Freude bei allen Beteiligten auf. Deshalb ist es auch sehr sinnvoll, möglichst großzügig Reserven bei der Planung von Netzwerkknotenräumen, Netzwerkschränken, Kabeltrassen und Steigeschächten vorzusehen.

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