Komponenten mischen

Bei der gemeinsamen Anordnung von aktiven und passiven Komponenten in einem Netzwerkschrank gibt es Vor- und Nachteile.

Vorteile:

  • Es kann ein einzelner Schrank verwendet werden, eine paarweise Installation von Schränken ist nicht notwendig. Das ist von Vorteil, wenn ein einzelner Schrank gemeinsam für aktive und passive Komponenten ausreichend ist oder eine Erweiterung mit einem weiteren Schrank erst später erfolgen soll. Damit können Platz und Erstanschaffungskosten gespart werden.
  • In einer „gewachsenen Struktur“ ist ein einheitlicher Aufbau möglich.
  • Durch die Aufteilung der aktiven Komponenten auf 2 Schränke entstehen keine so extremen „hot spots“. Häufig ist die Durchströmung des Schranks durch Lüfter zur Klimatisierung ausreichend oder es kann auf die Klimatisierung des Schranks ganz verzichtet werden.
  • Nur bei der Notwendigkeit direkter Klimatisierung sind Maßnahmen zur Vermeidung des klimatisches Kurzschlusses nötig, z.B. Trennung zum Nachbarschrank und Trennung von vorderem und hinterem Innenraum des Schranks.
  • Bei gemeinsamer Anordnung von aktiven und passiven Komponenten in einem Netzwerkschrank können Erstanschaffungskosten gespart werden, da eine Erweiterung erst später finanziert werden muss.
  • Bei gemeinsamer Anordnung von aktiven und passiven Komponenten in einem Netzwerkschrank können Schrank übergreifende Patchungen oft vermieden werden. Meist ist dann auch der Einbau luftundurchlässiger Durchführungen zur Vermeidung eines klimatischen Kurzschlusses bei Zwangslüftung oder anderer Klimatisierung nicht erforderlich.
  • Die gemischte Bestückung eines Netzwerkschranks mit aktiven und passiven Komponenten ist in einer "historisch gewachsenen Struktur" häufig die einzige verbliebene Möglichkeit für einen Umbau oder eine Erweiterung.

Nachteile:

  • Das Kabelmanagement ist schlechter beherrschbar. Die fest verlegten Leitungen und die Patchleitungen können nicht immer so angeordnet werden, dass sie die Luftzirkulation für die aktiven Komponenten nicht behindern. Besonders bei Änderung der aktiven Komponenten muss hierauf geachtet werden, manchmal ist deshalb ein vollständiger Umbau im Netzwerkschrank erforderlich.
  • Es muss daran gedacht werden, dass später eine Trennung in einen Schrank mit passiven und einen mit aktiven Komponenten erforderlich sein kann. Deshalb ist an den fest verlegten Leitungen eine Längenreserve vorzuhalten, damit Patchfelder in den benachbarten Schrank umgebaut werden können.
  • Falls Zwangsklimatisierung erforderlich ist, muss jeder Schrank gekühlt werden. Durch die Anordnung der fest verlegten und der Patchleitungen im selben Schrank wie die aktiven Komponenten, ist eine Zwangsklimatisierung schlechter beherrschbar.
  • Die Tiefe jedes Netzwerkschranks wird durch die längste eingebaute aktive Komponente festgelegt.

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